1. Johann


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Der Stammvater des livländischen Adelsgeschlechts derer v. Freymann (aus dem Hause Nursie) ist Johann von Freymann, vor seiner Erhebung in den schwedischen Adelsstand Johann Neumann geheißen.

Wohl schon während des dreißigjährigen Krieges geboren, jedenfalls aber in Kriegszeiten aufgewachsen, hat

derselbe sich - wie es im Adelsdiplom heißt - von Jugend auf allerhand militärischer Wissenschaften beflissen - und war dann im Jahr 1640 in schwedische Kriegsdienste getreten - da er dann von einer Charge zur anderen, bis er zu einem General Adjutanten und Major vorgestellet, mit gutem Ruhm avanciert auch in allen solchen Bedienungen und dabei vorgekommenen Begebenheiten sich als einen unverdrossenen Vigilanten und tapferen Soldaten erwiesen.

Nachdem er über ein Vierteljahrhundert in schwedischen Kriegsdiensten gestanden, im dreißigjährigen, dann im schwedisch-polnischen Kriege unter schwedischer Fahne gefochten,

wurde er - wie es im Diplom heißt - wegen der in verschiedenen Occasionen uns und unseren Vorfahren und zwar anno 1640 her geleisteten treuen und tapferen Dienste

am 20. August 1666 unter Carl XI. von der Königin Hedwig Eleonora und den Reichsvormündern in den Adelsstand des schwedischen Reiches erhoben, wobei ihm und seinem Geschlecht "zum Unterschied von anderen Familien" der Name "von Freymann" und folgendes Wappen verliehen wurde,

damit Er dieser unserer Gnädigsten Propension und Hulde ein gewisses Merkmahl haben möge - in einem mit blau und weißen Laubwerk umgebenen Schildt im weißen Felde zwei kreutzweis stehende Standarten mit einem halben Mondt über und unter denselben ein Pfeil, darüber einen offenen Turnierhelm, und auf demselben ein Krantz mit vier Standarten und in der Mitten einen Pfeil.

Ohne in Schweden um Introduktion nachzusuchen, wandte sich Johann v. Freymann nach Livland, wo er noch im selben Jahre - nach am 10. Oktober 1666 erhaltenen königlichem Zulaß - die Lehngüter Nötkenshof (Kreis Walk, Kirchspiel Marienhof) und Schreibershof (Kreis Walk, Kirchspiel Oppekaln) von Otto v. Gylten erwarb, dem er eine Summe Geldes vorgeschossen hatte. Obwohl der Besitz der Güter von der Reduktionskommission angefochten wurde, erkannte diese am 9. Februar 1683 Johann v. Freymann als rechtmäßigen Besitzer der Güter an, weil er sie mit königlichem Zulaß gekauft hätte. Auch spätere Prätensionen der Reduktionskommission auf die beiden Güter blieben ohne Erfolg. Sie sind lange bei der Familie geblieben.

1666 wird Johann v. Freymann als Ordnungsrichter, 1674 ebenfalls als Ordnungsrichter, im selben Jahr auch als außerordentlicher Landrichter des Dörptschen Kreises benannt. Er starb 1682. Der Name seiner Frau ist nicht bekannt. Aus dieser Ehe stammen folgende Kinder:


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