106. Nikolay Johann Samuel


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Sohn des Carl Otto Friedrich v. Freymann (Nr. 74) und seiner Gattin erster Ehe Charlotte Helene Dorothea v. Torklus, geboren am 7. Dezember 1817 in Riga.

In der Absicht, die diplomatische Karriere einzuschlagen, bezog er 1838 die Landesuniversität Dorpat zum Studium der Diplomatie. Kurz vor Beendigung des Studiums jedoch entschloß er sich, dasselbe abzubrechen, da durch seinen Onkel, den Admiralen Ferdinand v. Wrangel, damals Chef der russisch-amerikanischen Compagnie, an ihn die Aufforderung ergangen war, unter überaus günstigen Bedingungen in die Dienste der Compagnie zu treten. Er nahm das Angebot an und schiffte sich sofort nach London ein, um an der von der Compagnie unternommenen und auf sieben Jahre berechneten Reise um die Welt teilzunehmen. Von starkem Heimweh befallen entschloß Nikolay Johann Samuel sich jedoch schon nach anderthalbjähriger Reise, sein Verhältnis zur Compagnie zu lösen und in die Heimat zurückzukehren. Den langen Weg durch Sibirien mußte er allein - teils reitend, teils in kleinen Schlitten, von Hunden und Rentieren gezogen - zurücklegen, wobei er auf der Durchreise durch die Mandschurei das Unglück hatte, in chinesische Gefangenschaft zu geraten. Er sollte als Spion enthauptet werden, da er jedoch ein wenig chinesisch verstand, gelang es ihm durchzusetzen, daß er vor den örtlichen Gouverneur geführt wurde. Dieser konnte genügend Englisch, um aus den von der Compagnie ausgestellten Papieren zu ersehen, daß er es nicht mit einem Spion, sondern einem friedlich in die Heimat reisenden Beamten zu tun hatte. Nach glücklicher Ankunft in St. Petersburg legte er sich auf die gründliche Erlernung der chinesischen Sprache, um dann als diplomatischer Agent nach China zu gehen, gab jedoch auch diesen Plan wieder auf, als er gelegentlich eines Besuches bei seinen Eltern in Kiew die Bekanntschaft eines Fräulein Eugenie Butowier, seiner nachherigen Frau, machte. Er zog es jetzt vor, sich als Lektor für englische Sprache an der Kiewer Universität anstellen zu lassen, um sich mit dem genannten Fräulein Eugenie Butowier, Tochter des Gutsbesitzers Johann Butowier, zu verheiraten. Sie war griechisch-orthodoxen Bekenntnisses, trat aber später zur römisch-katholischen Kirche über.

Am 3. Mai 1846 starb Nikolay Johann Samuel in Kiew an einer Brustfellentzündung und wurde am 6. Mai desselben Jahres auf dem dortigen Baikoff Kirchhofe beerdigt.

Aus seiner Ehe mit Eugenie Butowier sind zwei Töchter entsprossen:


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