108. Rudolph Karl Ernst


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Sohn des Carl Otto Friedrich v. Freymann (Nr. 74) und seiner Gattin erster Ehe Charlotte Helene Dorothea v. Torklus, geboren am 3. Januar 1821 in Riga.




Rudolph Karl Ernst (Nr. 108)

Zum Militärdienst bestimmt, trat er am 3. November 1834 als Conducteur in die Conducteurkompanie der Hauptingenieurschule (später Nikolai Ingenieurschule) ein und wurde am 5. August 1841 zum Fähnrich des Feldingenieurcorps (später Militäringenieurcorps) befördert unter Belassung an der Ingenieursschule berufs Absolvierung des Kurses Ingenieurklassen. Nach Absolvierung der Offiziersklassen wurde Rudolph Karl Ernst am 12. August 1843 dem Dünaburger Ingenieurskommando zugezählt, jedoch schon am 11. Dezember desselben Jahres in das Kiewer Ingenieurskommando übergeführt. Für Auszeichnung im Dienste wurde er am 3. April 1849 zum Unterleutnant befördert und erhielt am 25. November 1850 und 26. Januar 1852 Kundgebungen Allerhöchsten Wohlwollens. Abermals für Auszeichnung im Dienste am 19. April 1853 zum Leutnant befördert, wurde ihm am 17. April 1855 wiederum das allerhöchste Wohlwollen kundgetan und ihm am 15. April 1856 der Stanislaworden dritter Klasse verliehen. Am 29. August 1859 erhielt er die Schnalle für fünfzehnjährigen Dienst.

Um diese Zeit wurde die große russische Eisenbahngesellschaft gebildet und unter denjenigen Ingenieuren, die bei der Gesellschaft angestellt wurden, befand sich Rudolph Karl Ernst. Am 2. September 1859 trat er in den Dienst der Gesellschaft über, bei der er dann an der Linie Moskau-Nisknij-Nowgorod arbeitete. In dieser Stellung verblieb er bis zum 1. Oktober 1862. Während dieser Zeit erhielt er, am 21. Oktober 1859, den Stabskapitänsrang. Für tadellose und ausgezeichnete Ausführung der Bahnbauten erhielt er ein silbernes Jaton mit dem Recht der unentgeltlichen Benutzung der Linie Moskau-Nisknij-Nowgorod. Vom 5. Oktober 1862 bis zum 6. Juni 1863 gehörte er dem St. Petersburger Ingenieurkommando an und war gleichzeitig dem Ingenieuren Departement (später Hauptingenieurverwaltung) zukommandiert. Vom 6. Juni 1863 bis zum 19. Juni 1868 befand er sich im Kronstädter Ingenieurkommando und in der Bauverwaltung der Festung Kronstadt. In dieser Zeit wurde er am 6. Oktober 1863 zum Kapitän, am 20. April 1869 zum Oberstleutnant und am 31. März 1874 zum Oberst befördert. Am 16. April 1867 erhielt er den St. Annenorden dritter Klasse und am 22. September 1876 der Wladimirorden vierter Klasse für 35jährigen Dienst im Offiziersrang. Am 15. Januar 1875 wurde Rudolph Karl Ernst unter Zukommandierung zur Ingenieurverwaltung der Festung Kronstadt den, laut Etat zur Disposition der Hauptingenieurverwaltung stehenden, Offizieren zugezählt. Am 15. Januar 1879 erhielt er den St. Annenorden zweiter Klasse und wurde am 20. Juni 1882 dann zum Generalmajor befördert und auf sein Gesuch mit Uniform und voller Pension verabschiedet. Außer den bereits erwähnten Orden besaß er die Erinnerungsmedaille an die Kriege 1853-55 und 1877-78. Während dieses letzteren Krieges befand er sich vom 26. September 1877 bis zum 29. Oktober 1878 auf der Grenzstation Ungheni, wo er den Transport der großen Donaueisenbahnlinie leitete.

Nach seiner Verabschiedung vom Militärdienst lebte er einige Jahre in St. Petersburg und siedelte dann nach Viborg über, wo ihm das Glück zuteil wurde, im Kreise seiner Kinder und Kindeskinder, zahlreicher Verwandten und Freunde mit seiner Gattin das Fest der goldenen Hochzeit zu begehen. Am 28. Oktober 1847 hatte er sich zu Kiew mit Elisabeth Wilhelmine Christine v. Schwarz, geboren am 15. April 1820 als Tochter des Obersten Nikolai v. Schwarz (in Mohilew am Dnjepr) und dessen Gattin Karoline Charlotte Margarethe v. Freymann (Nr. 73) vermählt.

Nach 55jähriger Ehe starb seine Gattin am 8. November 1902 in Viborg an einer Herzlähmung und wurde ihrem Wunsche gemäß auf dem dortigen Militärfriedhofe neben ihren vorher verstorbenen Enkeln Michael (Sohn von Nr. 166, Nr. 206) und Nikolai (Sohn von Nr. 166, Nr. 208) bestattet. Nach vier Jahren folgte Rudolph Karl Ernst der treuen Gefährtin am 6. Dezember 1906 im Tode nach. Seine Gebeine wurden auf dem Viborger Militärfriedhofe neben denen seiner Gattin zur Ruhe gebettet.

Aus Erzählungen seiner Nachfahren ist verbürgt, daß es sich bei Rudolph Karl Ernst trotz seiner Auszeichnungen um einen Spieler ersten Ranges gehandelt haben muß, der einen Großteil des Familienvermögens mit seiner Leidenschaft durchgebracht hat. Unter diesem Blickwinkel erscheint die Wahl seines Vaters, als Dank für langjährige treue Dienste vom Kaiser keine Geldsumme, sondern die kostenfreie Erziehung seiner Enkel zu erbitten, als sehr vorausschauend. Einen Geldbetrag hätte Rudolph Karl Ernst in kurzer Zeit durchgebracht.

Dieser Ehe sind folgende Kinder entsprossen:


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