133. Hermann Georg


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Sohn des Arthur Hermann Gustav Leo v. Freymann (Nr. 88) und seiner Gattin Adeline Louise v. Engelhardt, geboren am 17. Januar 1865 zu Nurmis.

Er besuchte das Landesgymnasium in Fellin, dann das Privatgymnasium in Dorpat, an dem er das Abiturientenexamen bestand. Nachdem er der Wehrpflicht bei den Sappeuren in Riga genügt, bezog er 1883 die Landesuniversität Dorpat zum Studium der Jurisprudenz und politischer Ökonomie. Letzteres beendete er 1887, sein juristisches Staatsexamen legte er im darauf folgenden Jahr 1888 ab. Seit seinen Studentenjahren gehörte er der Korporation Livonia als Landsmann an. Bis zur Einführung der russischen Justizreform in Livland war er als Assessor, zeitweilig auch als Sekretär am Kreisgericht in Wenden tätig. Bei Einführung der russischen Justizreform in Livland gab er die richterliche Laufbahn auf. Er lebte dann 1890-97 als Rechtsanwalt auf dem väterlichen Gut Nurmis, 1897-1905 als Präses des II. Wolmarschen Oberbaugerichts im Flecken Rujen selbst.

Nachdem am 17. November 1904 erfolgten Tode der Mutter trat er 1905 das Gut Nurmis (Kreis Wolmar, Kirchspiel Rujen) an, das er seitdem in eigener Bewirtschaftung behielt und dessen Wert er durch groß angelegte Entwässerungsanlagen und Zukauf bedeutender Waldareale vom benachbarten Gut Ranzen sehr beträchtlich hob. In den Jahren 1892-97 war er als Kirchspielvorsteher des Kirchspiels Rujen, 1892-1918 als Kirchenvorsteher tätig.

Während der ganzen Zeit des Bestehens des deutschen Vereins in Livland arbeitete er als Präses der Ortsgruppe Rujen dieses Vereins für die Erhaltung und Stärkung des Deutschtums im Lande. Beim Vormarsch der deutschen Truppen im Januar 1918 nebst zahlreichen Gesinnungsgenossen nach Jekaterinenburg in Sibirien verschleppt, erlangte er durch den Frieden von Brest-Litowsk (3. März 1918) und auf nachdrückliche Forderung der deutschen Regierung die Freiheit und konnte wieder in die Heimat zurückkehren.

Nach Zusammenbruch der deutschen Macht und Abzug der deutschen Truppen floh er nach Riga, wurde hier von lettischen Bolschewiken ins Gefängnis geworfen und dort am 18. März 1919 ermordet.

Seit dem 15. August 1894 war er mit Marie Julie v. Hoyningen-Huene verheiratet, geboren am 2. Juni 1867 auf Hawast als Tochter des Ordnungsrichters Baron Theodor Hermann v. Hoyningen-Huene auf Hawast und dessen Gattin Karoline Wilhelmine v. Rennenkampff. Nach der Ermordung ihres Mannes siedelte Marie Julie nach Deutschland über. Sie verbrachte ihre letzten Jahre im Baltischen Altersheim auf Langeoog und wurde dort im Jahre 1959 auf der Baltengedenkstätte bestattet. Diese Ehe blieb kinderlos.


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