143. Friedrich Otto Gerhard


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Sohn des Georg Hermann Joachim (Nr. 96) und dessen Gattin Caroline (Lilly) Louise v. Lobry, geboren am 18. Juli 1868 in Dorpat.

Seit dem, am 18. Oktober 1885 erfolgten Tode des Vaters wurde Friedrich Otto Gerhard von den Verwandten Friedrich v. Stryk auf Massel und Gattin Jenny geb. Clapier de Colongue erzogen, die dann in der ihnen eigenen großen Treue dem geliebten Pflegesohn bis zu ihrem Tode sorgend und helfend zur Seite standen. In den Jahren 1879 bis 1888 besuchte Friedrich Otto Gerhard das Privatgymnasium in Dorpat (Direktor Schröder, Direktor Kollmann) und bestand 1888 das Abiturientenexamen am staatlichen Gymnasium in Dorpat. In der Absicht, sich dem Forstfach zuzuwenden, arbeitete er bis zum August 1889 als Forsteleve bei Oberförster W. Knesch auf der Oberförsterei Lilly-Pollenhof und bezog dann im Herbst 1889 die Forstakademie Eberswalde in Walde in Preußen. Nach Absolvierung des Kursus und Abschlußprüfungen an der Akademie kehrte er im Mai 1891 in die Heimat zurück, wo er dann lange Jahre hindurch als Oberförster, besonders aber als Landwirt mit Erfolg arbeiten konnte.

Im Jahre 1906 kaufte er das Gut Neuenhof bei Zabeln in Kurland, konnte sich aber dort nicht halten, so daß er genötigt war, das Gut zu verkaufen.

1913 siedelte er ganz nach Deutschland über, wo er am 5. Februar 1918 die Staatsangehörigkeit (Preußen) erwarb.

Am 11.3.1914 wurde er aus nicht bekanntem Grunde aus der Ritterschaft ausgeschlossen1.

Im Reiche hat er als Forstmann, besonders aber als Landwirt und Tierpfleger, mit viel Anerkennung gearbeitet, zum Schluß des Krieges auch auf ausgesetztem Posten im "Artschutz" mitgewirkt. Im Anschluß hieran meldete sich Friedrich Otto Gerhard als Freiwilliger bei der Reichswehr, aus der er dann im Juni 1920 "in Folge Heeresverminderung" verabschiedet wurde. Die letzten zwanzig Jahre seines Lebens hat er (mit einer geringen Unterstützung als Bereiter) als Wachbeamter im Berliner Sicherheitsdienste gearbeitet, seit Juli 1928 bei der "Wachzentrale des Westens".

Er starb am 4. Mai 1939 am Krebs. Ungeachtet schwerster Schmerzen hatte er seinen Dienst fast bis zuletzt erfüllt; bloß die letzten acht Tage seines Lebens hat er wegen großer Schwäche zu Hause bleiben müssen.

Am 9. Mai wurde er auf dem Friedhof Lichterfelde-Süd zur Ruhe bestattet. Sein Chef, Direktor Gericke von der Wachzentrale des Westens, sagte an seinem Grabe:"Ich verliere an ihm meinen treuesten und gewissenhaftesten Mitarbeiter."

Am 1. Juli 1905 hatte Friedrich Otto Gerhard sich zu Peterskapelle (Livland) mit Amalie (Ama) Lilly Liberta Maria v. Transehe, geschiedene Smolina, verheiratet. Diese Ehe wurde durch Urteil des Livländischen evangelisch-lutherischen Consistoriums vom 12. August 1918 geschieden. Die Ehe war kinderlos geblieben. Seine geschiedene Frau heiratete dann in dritter Ehe einen Hermann v. Baer (Ostpreußen) und schließlich in vierter Ehe Hermann Krebs (Berlin).


1 Vermerk im Rigaer Archiv

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