152. Rudolph Karl Wilhelm


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Sohn des Otto Woldemar Eduard v. Freymann (Nr. 102) und seiner Gattin Pauline Sophie Katharina v. Stackelberg, geboren 14. April 1860 in Narva.




Rudolph Karl Wilhelm (Nr. 152)

Seit 1871 besuchte er das sechste Klassische Gymnasium in Warschau, an dem er 1879 das Abiturientenexamen bestand. Er bezog dann die Universität Dorpat zum Studium der Rechte und absolvierte nach beendetem Studium im Januar 1884 das juristische Staatsexamen. Seit seiner Studienzeit gehört er der Corporation Livonia als Landsmann an. Nachdem er seine Wehrpflicht in der Reitenden Gardeartillerie in St. Petersburg absolviert hatte, wurde er am 18. Juni 1884 im vierten Departement des Dirigierenden Senats als Anscultant angestellt, wobei er gleichzeitig auch in der Codifictionsabteilung des Reichsrats arbeitete. Zum Senatssekretär avanciert, ging er im Juli 1888 ins Justizministerium über, wo er nacheinander die Ämter eines Tischvorstehers, Redakteuren, Gehilfen des Jurisconsulten und Jurisconsulten bekleidete. Am 19. Januar 1902 in die Bittschriftenkanzlei Seiner Majestät als Gehilfe des Geschäftsleiters der Kanzlei berufen, wurde er am 11. Januar 1910 zum Geschäftsleiter derselben und am 1. Januar 1914 zum Senator des Gerichtsdepartements des Senats ernannt, welches Amt er bis zur Oktoberrevolution 1917 bekleidete. Nebenamtlich war er vom 25. März 1890 bis zu seiner Ernennung zum Senator weltlicher Assessor der St. Petersburger evangelisch-lutherischen Consistoriums. Am 6. Mai 1911 erhielt er die Charge eines Stallmeisters des Allerhöchsten Hofes.

Als Consistorialassessor gab er 1901 das evangelisch-lutherische Kirchengesetz nebst Erläuterungen heraus (Reval, Verlag Franz Klage). 1914 wurde ihm der Allerhöchste Dank für seine Arbeiten als Assessor des Petersburger evangelisch-lutherischen Consistoriums eröffnet.

Er war Kavalier der Orden des heiligen Stanislaw und der heiligen Anna ersten und des heiligen Wladimir dritter Klasse und besaß eine Reihe von Medaillen und Ehrenabzeichen. Von den ehrenamtlich von ihm bekleideten Ämtern sind zu erwähnen: diejenigen eines Mitgliedes der Hauptdirektion der Kaiserlichen Musikalischen Gesellschaft, des Präsidenten des St. Petersburger Vereins der Sportsmänner (Taurischer-Lawn-Tennis-Club), eines Vorstandsmitgliedes des St. Petersburger Reitervereins und eines Mitgliedes des Zentralkomitees des Verbandes vom 17. Oktober (als Vertreter der Deutschen Gruppe des Verbandes).

Nach der Bolschewikenrevolution war er einen Monat lang einfacher Eisenbahnarbeiter, dann nacheinander Angestellter der schwedischen Mission, der Deutschen Kommission für den Transport der Kriegsgefangenen, des Deutschen Generalkonsulats in St. Petersburg, Leiter des Baltischen Komitees, Mitglied des Verwaltungsrats und Sekretär des Konsumvereins der in St. Petersburg lebenden Balten (Petrobaltik), Beamter der Reichskontrolle (Arbeiter und Bauerninspektion), Zeichenlehrer und Zeichner an einem Museum in Detskoje (früher Zarskoje) Selo. Ende Juli wurde er als Jurisconsult der lettländischen Gesandtschaft nach Moskau berufen. Am 30. Mai 1925 verließ er den diplomatischen Dienst und zog nach Riga, wo er am 16. September 1925 als vereidigter Rechtsanwalt in die dortige Advocatus aufgenommen wurde. Er starb in Riga am 11. Juli 1934 und wurde auf dem v. Freymannschen Erbbegräbnis in Wenden beigesetzt. Verheiratet in erster Ehe war er am 4. Januar 1888 mit Anna Eleonore Lanting, geboren am 15. September 1854 als Tochter des Burchard Lanting auf Kemmershof und Meselau in Livland und der Anna Elisabeth Kriegsmann, die aber schon am 5. Dezember 1919 in St. Petersburg verstarb.

Am 9. August 1924 verheirate er sich erneut mit der Gräfin Helene Scheremetzen, geborene Baronesse Meyendorff. Am 16. März 1925 wurde diese Ehe in Moskau geschieden.

Seiner ersten Ehe mit Anna Eleonore Lanting sind folgende Kinder entsprossen:


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