153. Karl


001 - 002 - 014 - 029 - 055 - 072 - 102 - 153
Sohn des Otto Woldemar Eduard v. Freymann (Nr. 102) und seiner Gattin Pauline Sophie Katharina v. Stackelberg, geboren am 21. Oktober 1861 in Narva.




Karl (Nr. 153)

Nachdem er in den Jahren 1871-80 das sechste Gymnasium in Warschau besucht hatte, trat er als Freiwilliger in das Leibgardegrenadierregiment in St. Petersburg ein. Er absolvierte das Offiziersexamen an der 2. Konstantinowschen Militärschule (späteren Konstantinowschen Artillerieschule) und wurde am 4. August 1884 zum Unterfähnrich und durch Allerhöchsten Befehl vom 28. Januar 1885 zum Secondeleutnant befördert. Vom 13. April 1886 bis zum 31. Januar 1893 bekleidete er die Stellung eines Bataillonsadjutanten (der 4. Batterie), wobei er zu verschiedenen Malen gleichzeitig die Pflichten des Regimentsadjutanten und Vorsteher der Soldatenkinderschule zu erfüllen hatte. Am 9. April 1889 wurde er mit Anciennität vom 28. Januar desselben Jahres zum Leutnant befördert und dann am 8. Oktober 1891 zum etatmäßigen Vorsteher der Soldatenkinderschule ernannt, die er dann bis zum 15. September 1895 leitete. Im Jahre 1896 nahm Karl v. Freymann im Verbande des 2. Bataillons des Leibgarderegiments an den Krönungsfeierlichkeiten Ihrer Majestäten (Kaiser Nikolai II. und Kaiserin Alexandra) in Moskau teil. 1897 wurde er zum Stabskapitän befördert, kommandierte dann auch ein halbes Jahr die 3. Kompanie, vom 7. Juni 1897 bis 12. November 1905 die 13. Kompanie. Während dieser Zeit wurde er am 6. Mai 1900 zum Kapitän befördert. Vom 12. November 1905 bis zum 17. November 1908 bekleidete er das Amt eines Vorstehers der Regimentswirtschaft. Am 6. Dezember 1907 wurde er zum Oberst befördert und am 17. November 1908 zum Kommandeur des 2. Bataillons ernannt, an dessen Spitze er bis zu seiner am 19. November 1910 erfolgten Ernennung zum ältesten Stabsoffizier verblieb. Am 23. Mai 1913 wurde er zur Enthüllung des Denkmals Kaiser Alexanders III. nach Moskau beordert. 1897 beteiligte er sich an der ersten allrussischen Volkszählung und 1904-05 während des japanischen Krieges an den Arbeiten des Roten Kreuzes. Durch Allerhöchsten Befehl vom 9. März 1913 wurde er zum Kommandeur des 85. Viborger Infantrieregiments Seiner Kaiserlichen Majestät des Kaisers von Deutschland und König von Preußen Wilhelm des II. ernannt. Mit diesem Regiment mußte er 1914 auch in den Weltkrieg ziehen und hat an seiner Spitze unter anderem an den Schlachten bei Heidenburg und Loh teilnehmen müssen, sowie an der Einnahme und am Rückzug von Warschau. Während des Krieges, den er bis zum Friedensschluß an der West- und Südfront und in Rumänien mitmachen mußte, wurde er im Dezember 1914 zum Generalmajor befördert. Er erhielt zuerst über eine Brigade, dann über eine Division das Kommando und wurde mit dem Wladimirorden 4. und 3. Klasse mit Schwertern und mit dem goldenen Säbel für Tapferkeit ausgezeichnet. Vorher besaß er bereits folgende Auszeichnungen und Brustabzeichen:

Stanislaworden 3. Klasse am 6. Dezember 1903, Annenorden dritter Klasse am 6. Dezember 1906, Stanislaworden 2. Klasse, Stanislaworden 1. Klasse im Dezember 1915, Bulgarischer Alexanderorden 5. Klasse am 10. Februar 1898, Krönungsmedaille Nikolai II. am 14. Juni 1896, Gedenkmedaille an die Volkszählung am 28. März 1897, Medaille des Roten Kreuzes am 9. November 1897, Namenszug Alexander III. am 24. Dezember 1894, Brustabzeichen zum Gedächtnis des 150 jährigen Bestehen des Leibgardegrenadierregiments am 15. Mai 1909, Brustabzeichen des Leibgardegrenadierregiments am 26. Oktober 1909, Brustabzeichen des 85. Viborger Regiments.

Während des Krieges wurde er zum Georgenkreuz vorgestellt, erhielt es jedoch wegen der inzwischen eingetretenen russischen Revolution nicht mehr ausgereicht. Nach Nowgorod, wo er seine Familie untergebracht hatte, 1917 zurückgekehrt, mußte er sein Leben als Abschreiber und anderen niederen Stellungen fristen, bis er hier als Feind des Sowjetregimes denunziert und deswegen zu Gefängnis und Zwangsarbeit verurteilt wurde. Er starb am 20. November 1920, bald nach seiner Freilassung an Nephritis, die er sich im Gefängnis zugezogen hatte.

Seit dem 21. Oktober 1895 war Karl v. Freymann mit Natalie Therese Lucander vermählt, geboren den 7/19. September 1866 in Frederikshamn in Finnland als Tochter des Kapitäns am finnländischen Kadettencorps Karl Johann Lucander und der Olga Therese v. Blom.

Dieser Ehe sind folgende Kinder entsprossen:


* Inhaltsverzeichnis * Namensverzeichnis * Ortsverzeichnis * Seitenanfang * Titelseite * Anregungen *