166. Nikolai Konstantin


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Sohn des Rudolph Karl Ernst v. Freymann (Nr. 108) und seiner Gattin Elisabeth Wilhelmine Christine v. Schwarz, geboren am 24. Februar 1851 in Kiew.

Seine Erziehung erhielt er im Pagencorps Seiner Majestät, in das er am 4. September 1864 eintrat. Da er sich dem Marinedienst widmen wollte, erwirkte er sich gehörigen Orts die Erlaubnis, im Sommer 1867 als Freiwilliger auf dem Schulschiff "Gromoboi" zu segeln, bestand auch das Eintrittsexamen, zog es aber dann doch vor, wieder ins Pagencorps zurückzukehren. Am 12. Juli 1868 wurde er zum Kammerpagen ernannt und am 12. Juli 1869 zum Fähnrich der Leibgarde- Gatschina (später Leibgarde-) Jägerregiments befördert. Am 18. August 1873 wurde, auf eigenes Gesuch, der Kronstädter Festungsartillerie zukommandiert und am 9. Januar 1876 in diese übergeführt. Am 8. April 1873 wurde er zum Secondeleutnant und am 13. April 1875 zum Leutnant ernannt. In der Festungsartillerie erhielt er bald eine Kompanie, mit welcher er - im Verbande des 4. Bataillons der Belagerungsartillerie der aktiven Armee in der europäischen Türkei - am Kriege 1877/78 teilnahm.

Im März 1879 wurde er der Bulgarischen Armee zukommandiert, kehrte jedoch schon im Juli desselben Jahres nach Kronstadt zurück, um 1880 in die neu zu formierende Wladiwostoker Festungsartillerie versetzt zu werden, wo er am 21. Juli desselben Jahres zum Leiter der praktischen Übungen ernannt wurde. Als 1885 ein Krieg mit England unvermeidlich schien, erhielt er den Auftrag, die Wladiwostoker Festungsartillerie sofort schußfertig zu machen, was von ihm - laut Tagesbefehl - "glänzend" ausgeführt wurde. Seine Mußestunden widmete Nicolai Konstantin der Musik. Schon seit 1874 hatte er regen Anteil an den musikalischen Abenden im Kronstädter Marineclub genommen. In Wladiwostok gründete er 1883/84 den Wladiwostoker Musikalischen Kreis, in dem er als Direktor, Chordirigent und Klavierbegleiter wirkte. Dieser Musikalische Kreis, der auch wohltätige Ziele verfolgte, konnte bereits in den ersten drei Jahren seines Bestehens 2000 Rubel für wohltätige Zwecke aufbringen. In Anerkennung dieser seiner Tätigkeit wurde Nicolai Konstantin zum Ehrenmitglied des Kreises ernannt. Am 15. Mai 1883 erhielt er den Stanislaworden 3. Klasse.

Nach sechsjährigem Dienste bei der Wladiwostoker Festungsartillerie wurde er am 1. März 1886 zur Viborger Festungsartillerie versetzt und am 17. April desselben Jahres zum Oberstleutnant befördert mit Anciennität vom 7. März 1886. Am 30. August 1888 erhielt er den St. Annenorden 3. Klasse und wurde am 14. Mai 1896 (am Königstage Kaisers Nikolai II.) zum Oberst befördert. In Viborg bekleidete er den Posten eines Leiters der praktischen Übungen der Festungsartillerie.

Auch in Viborg nahm er regen Anteil am musikalischen Leben, musikalischen Abenden, Konzerten und vielem mehr. Er gründete hier einen Musikalischen Verein und erhielt von der Gesellschaft ein silbernes Kränzchen mit goldener Leier als Ehrengabe. Außerdem nahm er an der 1894 vom Militärklub gegründeten "Morgenmuße" (...) regen Anteil, in der sich alle Kinder von 4-12 Jahren zu Spiel und Gesang versammeln sollten. Auch hier wurde ihm eine Ehrengabe dargebracht.

1889 wurde er durch Allerhöchsten Befehl zum Kommandanten der Turkestanischen Festungsartillerie ernannt. Hier erkrankte er an einem Krebsleiden, wurde in Berlin operiert, jedoch ohne Erfolg. Als Generalmajor verabschiedet, starb er nach schwerem langem Leiden am 26. April 1904 in Taschkent und wurde dort auch zur Ruhe bestattet.

Am 20. Februar 1880 hatte er sich mit Natalie Grigoyewa (griechisch-orthodoxen Bekenntnisses) vermählt1, geboren am 10. August 1852, Tochter des Generalen Michael Grigoyew. Dieser Ehe sind folgende Kinder entsprossen:


1 In dieser Generation war eine "russische Heirat" nicht mehr akzeptabel. "Niko" galt als schwarzes Schaf und die Namen seiner Söhne Boris und Sergei als Skandal.

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