169. Eduard Karl Gustav


001 - 002 - 014 - 029 - 055 - 074 - 108 - 169
Sohn des Rudolph Karl Ernst v. Freymann (Nr. 108) und dessen Gattin Elisabeth Wilhelmine Christine v. Schwarz, geboren am 1. Dezember 1855 in Kiew.




Eduard Karl Gustav (Nr. 169)

Er wurde am 14. Mai in die Kandidatenliste des Pagencorps Seiner Majestät aufgenommen und trat 1868 ins Corps ein. Er wurde 1868 zum Kammerpagen ernannt und am 10. August desselben Jahres zum Fähnrich des Leibgarderegiments befördert. Im Verbande dieses Regiments machte er den russisch-türkischen Krieg 1877/78 mit. Hier wurde er in der Schlacht bei Telisch am 12. Oktober 1877 durch einen Granatsplitter am linken Knie kontusioniert, als das Leibgardejägerregiment mit 2100 Mann gegen 4500 Türken, die sich stark verschanzt hatten, vorrückte. Die Verschanzungen konnten zwar nicht genommen werden, der Zweck aber wurde erreicht, denn die Türken konnten dadurch der Garnison in Gani-Dubniak nicht die geringsten Verstärkungen zuführen, wo ein heftiger Kampf zwischen 16000 Russen und 3500 Türken stattfand. In der blutigen Schlacht bei Telisch betrug der Verlust des Regiments 27 Offiziere und 885 Untermilitärs. Eduard Karl Gustav wurde hier, wie bereits erwähnt, durch einen Granatsplitter am linken Knie kontusioniert und unter dem Schutz des Alexander-Komitees in die Zahl der Verwundeten 2. Klasse aufgenommen. Am 16. April 1878 wurde er zum Secondeleutnant befördert und am 2. Januar 1879 zur Verfügung des Kaiserlich-russischen Kommissaren in Bulgarien (Fürsten Dundukow- Korsakow) gestellt. Von diesem wurde er zum Offizier 7. Klasse für besondere Aufträge bei der Kommandanturverwaltung der Occupationsarmee ernannt. Am 20. Juni 1879 wurde er dieses Postens enthoben, der 1. Sophia Druskina der Bulgarischen Landestruppen zugezählt und hier zum Kommandeur der 4. Kompanie ernannt. Für ausgezeichnete Leistungen beim Löschen eines Brandes der Militärwaffenniederlage in Sophia in der 10./11. August 1879, (wo sich unter anderem etliche Millionen Flintenpatronen, gegen 10000 Artilleriegeschosse und so weiter befanden) wurde ihm durch Tagesbefehl der Kriegsverwaltung eine Danksagung kundgetan.

Am 14. Dezember 1879 wurde er zum Kapitän bulgarischer Dienste umbenannt. Während der Deputiertenwahlen in die Sistorsche außerordentliche Nationalversammlung wurde er zum Unterkommissaren des Kremikorschen Gemeindebezirks des Sophiater Distrikts ernannt, Um den ordnungsgemäßen Verlauf der Wahlen zu überwachen. Am 1. August 1881 wurde er durch Befehl Seiner Hoheit des Fürsten von Bulgarien zur Kriegsschule Seiner Hoheit auf den Posten eines du-jour-Offiziers übergeführt. Hier hatte er in den Spezialklassen Vorlesungen über Kriegsadministration zu halten und in den Vorbereitungsklassen Unterricht in der Geographie zu erteilen. An der Kriegsschule verblieb er bis zum Dezember 1882 und wurde dann auf eigens Gesuch zur Druskina Nr. 10 nach Widdin (Stand in Plewna) übergeführt. Durch Allerhöchsten Befehl des Fürsten von Bulgarien wurde er dann zur Sophiater Druskina Seiner Hoheit des Fürsten versetzt und wieder an die Spitze der 4. Kompanie gestellt. Durch Allerhöchsten Befehl vom 8. September 1884 wurde er zum Leutnant der Russischen Armee befördert mit Anciennität vom 12. April 1884.

Als durch Allerhöchsten Ukas des Fürsten von Bulgarien unter Nr. 41 die Druskina in den Verband des Sophiater Infantrieregiments Seiner Hoheit des Fürsten (bestand aus drei Druskinen) eintrat, wurde Eduard Karl Gustav durch Befehl des Fürsten Nr. 67 zum Leiter der Regimentswirtschaft ernannt.

Als 1885 ein Krieg zwischen Bulgarien und der Türkei erwartet wurde, wurden die russischen Offiziere zu ihren Truppenanteilen nach Rußland abberufen. Am 20. Oktober 1885 wurde Eduard Karl Gustav mit dem Range eines Leutnants wieder ins Leibgardejägerregiment eingereiht. Vom 6. Oktober 1886 bis zum 17. April 1898 kommandierte er dort die 6. Kompanie und wurde am 5. April 1887 zum Stabskapitän ernannt und 1898 zum Oberst befördert. Am 5. April 1892 zum Kapitän befördert. Vom 29. April 1896 bis zum 4. Juni desselben Jahres befand er sich im Verbande der in Moskau und Umgegend anläßlich der Krönungsfeierlichkeiten zusammengezogenen Truppen. Am 27. November 1899 wurde er im Amte eines Kommandeurs des II. Bataillons bestätigt und dann durch Allerhöchsten Befehl vom 19. Juli 1903 zum Kommandeur des 148. Kaspischen Infantrieregiments ernannt, an dessen Spitze er auch den russisch-japanischen Krieg 1904/05 mitmachte. In der Schlacht am Schach, (die ununterbrochen vom 28. September bis zum 4. Oktober 1904 währte) wurde er am Hinterkopf und Rücken kontusioniert. Er wurde nach Rußland evakuiert und nach seiner Rückkehr zur aktiven Armee am 31. Januar 1906 durch Allerhöchsten Befehl zum Kommandeur des 100. Ostrowschen Infantrieregiments ernannt. Am 11. Juni 1908 wurde er für Auszeichnung im Dienste zum Generalmajor befördert und zum Kommandeur der 2. Brigade der 23. Infantriedivision (Garnison Reval) ernannt. Im Jahre 1914 wurde er, nach Ausbruch des Krieges, in die 67. Infantriedivision übergeführt und bald darauf auf Allerhöchsten Befehl unter Beförderung zum Generalleutnant mit Uniform und voller Pension verabschiedet. Er ließ sich dann in Oranienbaum bei St. Petersburg, später in der Nähe von Moskau nieder, wo er am 25. Dezember 1920 nach jahrelangem Leiden starb


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