177. Walther


001 - 002 - 014 - 043 - 061 - 088 - 130 - 177
Sohn des Karl Arthur v. Freymann (Nr. 130) und seiner Gattin Elisabeth (Ilse) Müller, geboren zu Dresden am 19. August 1899.




Walther (Nr. 177)

Seine Schulbildung erhielt er in der Vorschule zu Blasewitz (1906-1910), dann im König Georg Reformgymnasium, aus dem er am 20. Juni 1917 mit Primareife abging, um schon Tags darauf, am 21. Juni 1917 als Fahnenjunker dem Jägerbataillon 108 (Dresden) zugezählt zu werden. Nachdem er dann im November 1917 bis November 1918 an der Westfront gekämpft, machte er den Rückmarsch durch Belgien mit. Im Februar 1919 holte er die Abiturientenprüfung nach und trat im April 1919 dem Grenzschutz bei (Jägerbataillon 7, dann Radfahrkompanie, dann Freikorps Märcker, dann Infanterie Regiment 37), aus dem er am 31. Dezember 1920 wegen der damals durchgeführten Heeresverminderung seinen Abschied nahm. Die nun folgenden Jahre widmete Walther sich der Landwirtschaft in Ostpreußen, zunächst (Januar 1921 bis 15. Oktober 1923) als Lernender beim Grafen Dohna in Pröckelwitz, Kreis Stuhn (Ostpreußen) und (15. Oktober 1923 bis 1. April 1926) auf Domäne Viehhof bei Labiau (Ostpreußen), dann in wechselnder Stellung als landwirtschaftlicher Beamter in Ostpreußen. Nachdem er sich am 8. März 1926 mit Hedwig Katharina Barbara Drope verlobt hatte, erwarb er am 1. Juni 1927 die 220 Morgen große Wirtschaft Klein-Blandau (Kreis Goldap). Am 8. September 1927 fand in Labiau seine Hochzeit statt.

Angesichts der schweren Wirtschaftslage sah sich Walther v. Freymann genötigt, am 1. Juni 1929 Klein-Blandau zu verkaufen. Er blieb dann noch einige Jahre als gerichtlicher Zwangsverwalter des Amtsgerichts Labiau auf Annenhof, Julienhöh und Schlepecke im Kreise Labiau (Ostpreußen) tätig. Dann wirkte er als landwirtschaftlicher Kreissachverständiger für die Osthilfe im Kreis Labiau. Kurzes Zwischenspiel im Frühjahr 1931 bei Oberamtmann Wex in Rettmer bei Lüneburg. 1932 und 1933 als Angestellter der Firma Wohlgemuth in Hindenburg in Ostpreußen als Aufsicht über den Papierholzeinschlag in den Wäldern um Labiau, Tapiau und Wehlau.

Am 1. Juni 1934 wurde er als Hauptmann im Infantrieregiment 9 in Lübben reaktiviert, am 1. Oktober 1934 zum Chef der 1. Kompanie des Infantrieregiments Crossen in Züllichau, am 1. Oktober 1935 zum Chef der 6. Kompanie des Infantrieregiments 67 in Spandau ernannt.

Die Familie kam im Dezember 1935 nach und wohnte seitdem in Spandau, Ruhlebener Straße 4. Die größte Zeit des Krieges wurde in Spandau verbracht. Vor dem beginnenden Bombenkrieg kurze Evakierung nach Wandern/Neumark.

Im Herbst 1943 Evakuierung nach Ostpreußen. Dort untergebracht bei Steinke in Paddeim, teilweise auch bei Genee in Schelecken Kreis Labiau. Im Februar 1944 Übersiedlung nach Landsberg a. d. Warthe. Von dort erfolgte die Flucht am 27.1.1945 nach Berlin-Teltow. Im evangelischen Diakonissenhaus erlebte die Familie den Einmarsch der Sowjets. Nach der Besetzung Spandaus durch die Briten konnte sie in ihre alte Wohnung zurück. Der harte Winter 45/46 forderte der Familie in der halbzertrümmerten Wohnung ein Höchstmaß an Haltung ab. 1947 erfolgte dann der Umzug in die kleinere Wohnung im dritten Stock desselben Hauses. Nach Rückkehr aus der französischen Kriegsgefangenschaft setzte nach und nach eine Normalisierung ein. Er hat über seine Erlebnisse im Zweiten Weltkrieg ausführliche Kriegstagebücher hinterlassen.

Von August 1946 bis März 1951 Wachdienst bei der britischen Besatzungsmacht. Auskommen gerade genügend, um die Familie zu ernähren. Von April 1951 bis Februar 1952 arbeitslos. Doch nun setzte die Pensionierung ein, wenn auch vorerst als Übergangsgebürnis. Dazu überrschend im Februar 1952 Einstellung beim Bundesamt für Verfassungsschutz in Berlin. Nun materiell gut gestellt. Am 14. August 1957 starb Walther an den Folgen einer schweren Kriegsverletzung.

Der Ehe des Walther v. Freymann mit Hedwig Katharina Barbara Drope sind folgende Kinder entsprossen:


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