5. Gotthard Wilhelm*


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Sohn des Johann v. Freymann (Nr. 1).

Auch er nahm gleich seinen Brüdern (Nr. 2) und (Nr. 6) als schwedischer Offizier am nordischen Kriege teil. Bereits 1687 war er in schwedische Kriegsdienste getreten, stand dann als Leutnant beim Åboläns Infanterieregiment und wurde am 18. Februar 1701 zum Secondecapitain im selben Regiment ernannt. Am 27. September desselben Jahres zum Leibtrabanten (livtrabant) aufgestiegen, stand er 1703 bei den Schlippenbachschen Truppen.

Nach dem Frieden von Altranstaedt hatte Karl XII. den ebenso kühnen wie unglückreichen Entschluß gefaßt - unter Preisgabe Livlands - sich südwärts zu wenden, um mit den Kosaken Mazeppas auf Moskau zu marschieren. Er wartete nicht mal das Eintreffen Lewenhaupts ab, der ihm aus Kurland 11000 Mann nebst gewaltigen Proviantvorräten zuführte, was zur Folge hatte, daß Lewenhaupt (im Mahilewschen Gouvernement) von einer bedeutenden russischen Übermacht überfallen und am 28. September 1708 trotz tapferster Gegenwehr in der so folgenschweren Schlacht bei Lisna (Gourmohrlen) aufgerieben wurde und der mitgeführten Vorräte verlustig ging. An diesem unglückreichen Zuge Lewenhaupts nahm auch Gotthard Wilhelm teil, der in der Schlacht bei Lisna die Scheiterfeldtschen Dragoner kommandierte. Nach Lewenhaupts Zeugnis focht er hier beherzt und mit gutem Erfolge.

Er nahm dann an der Schlacht bei Poltawa teil, in der das Schicksal Karls XII. sich entschied. Auch hier fochten die Schweden mit aller Tapferkeit, wurden jedoch geschlagen. Der größte Teil des schwedischen Heeres geriet in russische Gefangenschaft: Gotthard Wilhelm war es gelungen, sich mit einem Rest der Truppen westwärts durchzuschlagen, mit dem er dann am 1. Juli 1709 von russischer Übermacht bei Perewolotzna überwältigt wurde und ebenfalls in russische Gefangenschaft fiel. Er entschwindet dann für längere Zeit unseren Blicken.

Nach Friedensschluß in die Heimat zurückgekehrt, kam Gotthard Wilhelm, um seinen Abschied aus schwedischen Kriegsdiensten einzureichen, der ihm am 8. August 1723 unter Beförderung zum Oberstleutnant erteilt wurde.

Auf dem Januarlandtage der Dörptschen Ritterschaft vom Jahre 1720 ist auch Gotthard Wilhelm v. Freymann, der hier in den ritterschaftlichen Ausschuß gewählt wird, welcher vom 26. bis 28. Januar Sitzungen abhält. Im damaligen Dörptschen Kreise hatte Gotthard Wilhelm das publique Gut Koiküll (wohl als Arrendator) inne, ebenso das Gut Laimetz, wo er 1723 wohnte und wo ihm später seine Tochter Gerdrutha geboren wurde.

Seit dem 6. Juni 1730 war er mit Katharina Sophie v. Zoeckel vermählt, verwitwete Kocken v. Gruenblatt, eine Tochter des königlich schwedischen Obersten und Kriegscommissaires Franz v. Zoeckel, Arrendator von Magnushof und Trukenhof (Kreis Riga) und dessen Gattin Johanna Margarethe v. Kellismann.

In erster Ehe war Katharina v. Zoeckel mit N. N. v. Berens, in zweiter Ehe mit dem schwedischen Leutnant Gustav Kocken v. Gruenblatt (* 1676) verheiratet gewesen. Sie wurde am 20. März 1759 in Pakmar (Kreis Walk) zur Ruhe bestattet. Gotthard Wilhelm v. Freymann hinterließ nur eine Tochter:


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