54. Gerhard Magnus


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Sohn des Otto Friedrich v. Freymann (Nr. 29) und dessen Gattin Anna Margarethe v. Plater, geboren zu Kioma (Kreis Werro, Kirchspiel Pölwe) am 24. Juni 1759.

Gleich seinem Bruder Carl Ludwig Friedrich (Nr. 53) diente er im Beobraschenskischen Garderegiment, war 1777 dort \em Capitain des armes und nahm am 1. Januar 1788 als Gardecornet seinen Abschied.

Am 3. März 1788 vermählte er sich mit seiner Cousine Gerdrutha Christina v. Freymann (Nr. 58), geboren am 5. März 1770 als Tochter des Ludwig Eberhard v. Freymann (Nr. 43) auf Neu-Nursie, Rauge (Kreis Dorpat, später Werro, Kirchspiel Rauge) und Kergel (Kreis Dorpat, später Werro, Kirchspiel Anzen) und dessen Gattin Anna Katharina v. Samson-Himmelstjerna.

Alt-Nursie, das seine Mutter, Anna Margarethe geb. v. Plater, mittels Erbteilungsvergleichs vom 26. April 1761 und 24. November 1765 für sich und ihre Kinder übernommen hatte, war 1780, - durch Transakt vom selben Jahre (wiedererstellt am 3. März 1790), - auf den älteren Bruder Carl Ludwig Friedrich (Nr. 53) übergegangen. Während der ersten Jahre seiner Ehe wohnte Gerhard Magnus auf dem Gute seiner Verwandten und Schwiegereltern Neu-Nursie, wo ihm am 15. September 1789 sein ältester Sohn Magnus Otto Ludwig (Nr. 69) und am 20. Oktober 1790 sein zweiter Sohn Alexander Wilhelm (Nr. 70) geboren wurde. Ein dritter Sohn, August Leopold (Nr. 71), starb jung.

Durch Vertrag vom 5. Mai 1791 erwarb Gerhard Magnus dann von seinem Bruder Carl Ludwig Friedrich (Nr. 53) für den Preis von 6000 R. S. die Alt-Nursische Hoflage Quellenhof, die als selbständiges Rittergut von Alt-Nursie abgeteilt werden sollte. Auf dieser Scholle Nursischen Bodens ließ Gerhard Magnus sich nieder, errichtete hier Wohnhaus und Wirtschaftsgebäude und widmete sich mit Eifer und Erfolg der Landwirtschaft. Gleichzeitig stand er als Assessor des Werroschen Niederlandgerichts, dann des Kreisgerichts und zeitweise des Landes im Dienst. Er starb am 3. Dezember 1799, vierzig Jahre alt, seine Witwe und zwei unmündige Söhne zurücklassend. Kurz vor seinem Tode hatte Gerhard Magnus sich mündlich mit dem Erben seines bereits 1794 verstorbenen älteren Bruders, Carl Ludwig Friedrich, dahin geeinigt, daß von Quellenhof "vier wöchentliche Arbeitstage samt der Pujertschen Mühle für die Summe 2000 R. S. dem Gut Alt-Nursie zurückgegeben werden sollen", seine Witwe Gerdrutha Christina v. Freymann geb. v. Freymann aber entschloß sich, - dem Wunsche ihrer Schwägerin Ernestine Elisabeth v. Freymann geb. v. Freymann willfahrend - mittels Vertrages vom 2. April 1800 dazu, nicht nur die gesamten Teilstücke (Gesinde und Mühle) sondern das ganze Gut Quellenhof, dessen grundbuchliche Abteilung noch nicht vollzogen war, den Erben des Carl Ludwig Friedrich für den Preis von 9000 Rubeln zu zedieren. In noch jugendlichem Alter stehend, fühlte sie sich den mit dem Besitz eines Gutes verbundenen Geschäften noch nicht gewachsen und wollte sich ausschließlich der Erziehung ihrer beiden Söhne widmen.

So fiel Alt-Nursie in seinen alten Grenzen ungeteilt an den einzigen Sohn des Carl Ludwig Friedrich, Ferdinand Otto Ludwig v. Freymann (Nr. 67), von dem erst die grundbuchliche Abteilung Quellenhofs von Alt-Nursie vollzogen wurde.

Gerdrutha Christina lebte jetzt ganz ihren Kindern, denen sie eine sorgfältige Erziehung angedeihen ließ. Mit zunehmendem Alter aber wuchsen auch ihre wirtschaftlichen Gaben, die sie dann befähigten - wie einst ihre Schwiegermutter Anna Margarethe v. Plater - in kritischer Zeit auch auf dem praktischen Gebiete für das Wohl ihrer Söhne und der ganzen Familie zu wirken. Als Alt-Nursie (ohne Quellenhof, das unterdessen bereits ein selbständiges Rittergut geworden war) - schwer mit Hypotheken belastet - im Jahre 1812 von Ferdinand Otto Ludwig (Nr. 67) verkauft werden mußte, sprang Gerdrutha Christina mit dem Erbe ihres verstorbenen Gatten und wohl auch mit ihrem eigenen ein und erwarb am 2. März 1812 (durch Erbpfandbesitz und eventuell Kaufvertrag, corrol. am 1. Mai 1812) das alte Stammgut der Familie für 19250 R. S., das ihr am 22. September 1820 eigentümlich zugeschrieben wurde. Auch die Rettung des auf Nursischen Boden neugegründeten Gutes Quellenhof aus fremden Händen ist Gerdrutha Christina zu danken: Ferdinand Otto Ludwig hatte das Gut am 15. März seiner Mutter Ernestine Elisabeth v. Freymann geb. v. Freymann zediert. Aus dem Konkurse der letzten aber und ihres Gatten zweiter Ehe, Kirchspielrichter Otto Reinhold v. Freymann, war das Gut am 27. September 1816 für 13600 R. Bco und 500 R. S. von der Leutnantin Wilhelmine v. Baranow geb. Virgin pfandweise erstanden worden, die jedoch ihr Anrecht für denselben Preis am 6. September 1818 (corr. 3. März 1819) an Gerdrutha Christina abtrat, der das Gut dann am 20. September 1820 eigentümlich zugestanden wurde.

Mit ihren Geschwistern, Anna Jacobina vermählte v. Stackelberg (Nr. 59), Helene Caroline vermählte v. Schulmann (Nr. 62) und Eva Louise v. Ludwig genannt Briesemann v. Nettig (Nr. 64) hatte Gerdrutha Christina sich nach dem Tode ihres Vaters Eberhard Ludwig v. Freymann (Nr. 43) auf Neu-Nursie dahin geeinigt, daß Eva Louise vermählte Briesemann v. Nettig die väterlichen Güter Neu-Nursie und Kergel für den Schätzungswert von 18250 R. S. resp. 26250 R. S. übernahm (corr. 23. April 1814), während Rauge bereits durch Erbcessionsvertrag vom 1. August 1800 (corr. 27. Januar 1811) von ihrem Bruder Christer Ludwig (Nr. 61) übernommen worden war.

Am 1. Mai 1825 zedierte Gerdrutha Christina Alt-Nursie ihrem ältesten Sohne Magnus Otto Ludwig (corr. den 4. März 1826) und am gleichen Tage Quellenhof dem zweiten Sohn Alexander Wilhelm (corr. den 4. März 1826). Zwar traf Gerdrutha Christina hierbei Bestimmungen, um die geliebten Güter vor Entfremdung zu bewahren, doch unterließ sie es, - gleich den Erben des weil. Carl Johann v. Freymann (Nr. 14), - leider den Gütern Familienfideikommißcharakter zu verleihen und sie dadurch dauernd an die Familie zu binden. Ein solcher Akt hätte bei ihr um so weniger auf Schwierigkeiten stoßen dürfen, als sie doch beide Familiengüter freihändig, Quellenhof aus dem Konkurs, erworben hatte und daher unbeschränkt über sie verfügen konnte. Am 10. Oktober 1828 beendete sie ihr tätiges und segensreiches Leben.

Ihrer Ehe mit Gerhard Magnus sind folgende Kinder entsprossen:


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