72. Rudolph Friedrich Ludwig


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Sohn des Otto Reinhold v. Freymann (Nr. 55) und seiner Gattin erster Ehe Juliane Jacobine v. Stackelberg, geboren am 25. März 1786.

Seine Jugendzeit verbrachte Rudolph Friedrich Ludwig mit seinen Brüdern und Vettern auf Alt-Nursie. Unter der Obhut des Hauslehrers und rationalistischen Kandidaten der Theologie Gnuechtel lebte er in einem Haus auf der Alt-Nursischen Pferdekoppel. Die Freizeit wurde zu kühnen Ritten und ähnlichen Übungen verwendet. Gleich seinen jüngeren Brüdern Karl Otto Friedrich (Nr. 74), Georg Gustav (Nr. 75) und Hermann Jacob (Nr. 76) erhielt er seine militärische Ausbildung im St. Petersburger II. Cadettencorps das damals vereinigte Ingenieur- und Artillerieschule war.

Aus dem Kadettenkorps zum Fähnrich des Lsewskischen Infantererie Regiments am 25. Juni 1803 befördert. Die weitere Beförderung erfolgte ziemlich rasch; so wurde Rudolph Friedrich Ludwig am 14. November 1805 Unterleutnant, am 23. Oktober 1807 Leutnant; am 23. November 1809 Stabscapitain; am 8. Mai Kapitain und am 13. August 1813 Mayor.

Am 3. März wurde er ins Regiment seiner Majestät des Königs von Preussen übergeführt. Im Verbande des Lewskischen Regiments nahm Rudolph Friedrich Ludwig an den Feldzügen von 1805, 1806, 1807, dann Finnland 1808-1809 und schließlich am Kriege 1812 teil.

Hierbei hatte er vielfach Gelegenheit sich auszuzeichnen. Am 6. März erhielt er das goldene Ehrenzeichen zur Erinnerung an den Sieg bei Russisch-Eylan. Darauf wurde er mit Kundgebungen des Allerhöchsten Wohlwollens beglückt: am 17. August 1809 für ausgezeichnete Tapferkeit während dem Kriege mit Schweden und am 5. November 1812 für Auszeichnung bei der Dahlen-Kirche. Am 10. September 1812 wurde Rudolph Friedrich Ludwig mit dem St. Wladimirorden der vierten Klasse belohnt (für die Schlacht bei Kekkan) und am 13. Juni 1819 erhielt er den St. Annenorden zweiter Klasse für Auszeichnung während der Blockade von Danzig.

Am 5. Mai 1814 erhielt er den preussischen "Pour le Merite" Orden für Auszeichnung in verschiedenen Schlachten. Dieser Orden wurde, nach der Erweiterungsurkunde vom 18. Januar 1810, äusserst sparsam verliehen und, wenigstens an Stabs- und Oberoffiziere, nur für wirklich hervorragende persönliche Taten. Bei Heilsberg wurde Rudolph Friedrich Ludwig am 29. Mai 1807 an der rechten Schulter verwundet. Diese Wunde erheischte längere Behandlung und bewog ihn später, seinen Abschied einzureichen, der ihm auch am 16. November 1816 mit Beförderung zum Obersten bewilligt wurde.

Darauf trat Rudolph Friedrich Ludwig in den Zivildienst. In Riga diente er bei der Gouvernementsregierung als Regierungsrath, verließ aber auch diesen Dienst.

1835 erwarb er das Gut Ermes pfandbesitzweise von der Geheimrätin Sophie Baronin Plessen geb. Baronesse von Campenhausen, jedoch verpfändete er es seinerseits noch im gleichen Jahre an den Landgerichts-Assessor Friedrich Baron Wolff. 1 Er erwarb daraufhin die Güter Secklershof und Kallenhof, Kreis Wenden, Kirchspiel Wenden, wo er am 2. Juni 1850 verschied.

In erster Ehe war er mit Anna Louise Juliane v. Torklus verheiratet. Diese Ehe blieb kinderlos.

Aus der zweiten Ehe mit Elisabeth (Lisette) Charlotte v. Schroeder entsprossen folgende Kinder:


1 Diese Angaben entstammen dem Buch "Schlösser und Herrensitze im Baltikum", erschienen im Verlag Wolfgang Weidlich Frankfurt-Main, 1959

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