84. Eduard Wilhelm Anton


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Sohn des Otto Reinhold v. Freymann (Nr. 55) und seiner Gattin zweiter Ehe Ernestine Elisabeth verwitwete v. Freymann geb. v. Freymann, geboren am 4. April 1807.

Seine Jugendjahre verbrachte er gleich seinen Geschwistern und Stiefgeschwistern auf Alt-Nursie (siehe Nr. 53, Nr. 55) um dann seine militärische Ausbildung in der Artillerieschule in St. Petersburg zu erhalten, in die er am 22. Dezember 1821 - nach dem Tode seines Vaters - gegeben wurde. Nach Absolvierung der Artillerieschule wurde er am 16. Januar 1825 zum Fähnrich bei der I. Rotte der Artillerie-Lehrbrigade befördert, unter Belassung an der Artillerieschule zwecks Fortsetzung der Studien in den Offiziersklassen (später Michael Artillerieakademie). Am 6. Januar 1826 wurde er für Auszeichnung in den Wissenschaften zum Unterleutnant ernannt und am 12. Januar 1827 seinem Regimente zukommandiert. Am 26. Januar 1827 wurde er für Auszeichnung im Dienste zum Premierleutnant befördert und am 8. Januar 1829 der I. Rotte der 18. Artilleriebrigade zukommandiert. Am 19. November 1832 für Auszeichnung im Dienste zum Stabskapitän befördert, wurde er am 22. Februar 1833 zur 2. Rotte der Artilleriebrigade und am 17. Juni 1834 in die 3. Batterie der 12. Artilleriebrigade übergeführt. Am 23. Juli 1834 wurde Eduard Wilhelm Anton für Auszeichnung im Dienste zum Kapitän befördert, am 11. Dezember 1834 zum Kommandanten der 3. Reservebatterie der I. Artilleriebrigade ernannt und am 22. Februar 1836 zur 3. leichten Batterie der 17. Artilleriebrigade übergeführt unter Ernennung zum Kommandanten dieser Batterie. Am 3. Dezember 1843 wurde er unter Belassung in derselben Stellung für Auszeichnung im Dienste zum Oberstleutnant befördert, am 13. Februar 1847 zur 3. Batterie derselben Batterie als deren Kommandeur übergeführt. Am 28. Oktober 1847 avancierte Eduard Wilhelm Anton für Auszeichnung im Dienste zum Oberst unter Belassung in der innegehabten Stellung, am 9. August 1853 wurde er dann zur 7. Artilleriebrigade mit Ernennung zum Kommandeur der I. und II. freien Reservebrigade, wie auch der 3. Artilleriedivision. Am 16. Februar 1854 wurde Eduard Wilhelm Anton zur Reservebrigade der I. Artilleriedivision unter Ernennung zum Kommandeur derselben und am 17. Februar 1855 zur II. Artilleriebrigade übergeführt mit Ernennung zum Kommandeur der II. leichten Reservebatterie der I. Artilleriedivision und Belassung in der Stellung des Kommandeur der Reservebrigade dieser Division.

Am 8. September 1855 avancierte Eduard Wilhelm Anton - 48 Jahre alt - durch Auszeichnung im Dienst zum Generalmajor unter Belassung in der Stellung eines Brigadekommandeurs der I. Artilleridivision und wurde dann am 2. Oktober 1855 außerdem zum Kommandeur der Sveaborger1 Artilleriedivision ernannt.

Am 26. April 1856 wurde er zum Kommandeur der St. Petersburger Artilleriegarnison und am 25. September 1859 zum Kommandanten der St. Petersburger Festungsartillerie ernannt.

Wegen ernster Krankheit sah Eduard Wilhelm Anton sich genötigt, um seinen Abschied einzukommen, der ihm dann am 24. Oktober 1861 unter Beförderung zum Generalleutnant mit Uniform und voller Pension gewährt wurde.

Während seiner Dienstzeit hat Eduard Wilhelm Anton in zwei Kriegen mitgefochten: im Türkenkrieg 1828-29 und im Krimkrieg. Am 30. Mai 1829 kämpfte er in der siegreichen Schlacht gegen die Truppen des Großwesirs beim Dorfe Kulentschi; am 31. Mai, 1., 2. und 3. Juni nahm er an der Expedition gegen Ekstambul, am 6. Juli 1829 am Übergang über den Fluß Kamtschik und an der Erstürmung der türkischen Befestigungen teil. Vom 7. bis 13. Juli 1829 focht er bei der Niederwerfung des Corps Ibrahim Paschas bei Aidos und der Erstürmung dieser Stadt mit. Am 31. Juli 1829 nahm er an der Einnahme der Stadt Sliwno teil, am 8. August kämpfte er bei der Einnahme Adrianopels mit. Am 4. November 1829 bezog er dann Winterquartier in der Stadt Ambul und trat am 20. April 1830 mit den Truppen den Rückmarsch nach Rußland an. Während des Krimkrieges befand Eduard Wilhelm Anton sich im Verbande der die Küsten Kurlands gegen die vereinigten englischen und französischen Heere schützenden Truppen. Für die beim Sieg über die Truppen Ibrahim Paschas und bei der Einnahme von Aidos (7. bis 13. Juli 1829) bewiesene Tapferkeit erhielt Eduard Wilhelm Anton am 1. Januar 1830 den Annenorden 4. Klasse mit der Aufschrift "für Tapferkeit". Am 5. September 1839 erhielt er den Wladimirorden 4. Klasse, am 26. November 1849 den Georgenorden 4. Klasse mit Kaiserlicher Krone, am 4. November 1853 den Wladimirorden 3. Klasse, am 17. April 1851 den Stanislaworden 1. Klasse. Für Auszeichnungen bei verschiedenen Gelegenheiten ist Eduard Wilhelm Anton zwölfmal das Wohlwollen seines Kaisers eröffnet worden.

Ein Ausruhen von seinem tatenreichen Leben sollte Eduard Wilhelm Anton nicht gewährt sein, denn schon zwei Tage nach erhaltenem Abschied erlag er am 26. Oktober desselben Jahres 1861 in St. Petersburg einem Schlagfluß und wurde am 29. Oktober 1861 auf dem Annenfriedhof der St. Petersburger Annenkirche bestattet.

Er ist zweimal verheiratet gewesen: in erster Ehe mit der im Januar 1820 geborenen Claudine Schischkin (griechisch-orthodoxer Konfession), die ihm am 20. März 1853 eine Tochter gebar, welche dann in der (griechisch-orthodoxen) Taufe den Namen Marie (Nr. 115) erhielt.

Nachdem er am 23. September 1856 Witwer geworden war, vermählte er sich am 23. August 1857 zu St. Petersburg mit (der ebenfalls dem griechisch-orthodoxen Bekenntnis angehörenden) Elisabeth Klemenko, Tochter des Ingenieur-Generalmajoren Wassilij Klemenko, welche Ehe jedoch kinderlos blieb.


1 Das war eine finnische Division. Sveaborg liegt bei Helsinki.

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