94. Anna Dorothea


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Tochter des Magnus Otto Ludwig v. Freymann (Nr. 69) und seiner Gattin zweiter Ehe Caroline Helene v. Stackelberg, geboren zu Alt-Nursie am 26. März 1830.

Sie wurde gemeinsam mit ihrer nur wenig jüngeren Schwester Olga Jacobine Caroline (Nr. 95) erzogen, mit der sie eine ungetrübte Jugendzeit auf dem väterlichen Gütern Alt-Nursie, Sennen, dann Quellenhof verlebte. Nach dem Verkauf auch dieses letzten Gutes zog sie 1861 mit Mutter Caroline Helene v. Stackelberg und ihrer Schwester Olga Jacobine Caroline v. Freymann nach Dorpat, wo erstere an der damals noch wenig belebten Mühlenstraße einen großen Grundplatz (Dornengrundplatz Nr. 48) erworben und mit Wohnhaus, Stall und Nebengebäuden bebaut hatte. 1864 bereiste sie mit ihrer Schwester Olga Jacobine Caroline v. Freymann Deutschland und besuchte den hier studierenden geliebten Bruder Georg Hermann Joachim (Nr. 96), mit dem die Schwestern genußreiche Touren unternahmen.

In Dorpat stand die Familie in regem Verkehr mit dem Professor und Akademiker Karl Ernst v. Baer, der in ihrem Hause als Mieter wohnte. Anna Dorothea im Besonderen hatte das Glück, dem erblindenden Gelehrten als Sekretärin bei seinen Arbeiten behilflich sein zu dürfen, für ihre Liebenswürdigkeit durch das, was der berühmte Gelehrte ihr an geistiger Anregung dabei gab, sehr reich entschädigt.

Am 18. Oktober 1885 erlitten die Schwestern Anna Dorothea und Olga Jacobine Caroline einen schweren Verlust durch den Tod des ihnen sehr nahe stehenden Bruders Georg Hermann Joachim, am 28. September 1886 verloren sie dann auch die geliebte Mutter Caroline Helene v. Stackelberg. Nach dem Tode der letzteren ging das Haus in der Mühlenstraße auf Anna Dorothea und deren Schwester Olga Jacobine Caroline über. Als diese sich bei zunehmenden Alter nicht mehr im Stande sahen, das Haus mit ausgedehntem Zier- und Obstgarten zu verwalten, schritten sie 1898 zum Verkauf desselben, um dann eine Mietwohnung in Dorpat zu beziehen.

Am 4. April 1904 erlag Anna Dorothea einer Lungenentzündung, tief betrauert von ihrer zurückbleibenden Schwester und ihren Neffen und Nichten (Kindern des verstorbenen Bruders Georg Hermann Joachim) mit denen sie bis zuletzt in Liebe, Freude und Leid verbunden gewesen war. Auf dem alten Kirchhof in Dorpat ist sie zur Ruhe bestattet worden.

Sie war zeitweilig Mitbesitzerin von Alt-Nursie und Quellenhof. Im Übrigen siehe das bei Magnus Otto Ludwig v. Freymann (Nr. 69) Gesagte.


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